31. Mai 2022

High Level Structure: Die Basis normgerechter Energie-, Umwelt- und Klimamanagementsysteme

Sie spielen mit dem Gedanken ein Energie-, Klima- oder Umweltmanagementsystem in Ihrem Unternehmen einzuführen oder Ihr bestehendes Managementsystem in andere Bereiche auszuweiten? Dann ist es zunächst wichtig, sich mit den strukturellen Grundvoraussetzungen Ihrer Organisation auseinanderzusetzen. Die Internationale Organisation für Normung (ISO) bietet mit der High Level Structure ein hilfreiches Grundgerüst:

Wer ein Energie-, Klima- oder Umweltmanagementsystem im eigenen Unternehmen etablieren möchte, muss zunächst das übergeordnete Managementsystem im Blick behalten. Neue Strukturen müssen darin integriert werden. Zugleich sollte man aber auch schon mögliche zukünftige Szenarien bedenken. Wie können potenzielle neue Anforderungen an ein Energie-, Klima- und Umweltmanagementsystem zu einem späteren Zeitpunkt möglichst sinnvoll und unkompliziert realisiert werden?

Es zeichnet sich ab, dass die Bereiche Energie, Umwelt und Klima immer stärker zusammenwachsen. Es genügt nicht mehr, nur einen Aspekt für sich zu betrachten. Nicht zuletzt der Klimawandel führt uns die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit natürlichen Ressourcen und Umweltschutz vor Augen. In Anbetracht dessen werden gesetzliche Vorgaben und Berichtspflichten verschärft, denen Unternehmen mit dem jeweils geeigneten Managementsystem zunehmend entsprechen müssen.

Energie-, Klima-, Umweltmanagementsysteme im Überblick

Energiemanagementsysteme

Energiemanagementsysteme befassen sich im Kern mit der energiebezogenen Leistung bzw. Energieeffizienz. Den Standard hierzu bildet die ISO 50000er Norm-Familie. Im Mittelpunkt steht die ISO 50001.

Klimamanagementsysteme

Klimamanagementsysteme fokussieren sich auf Treibhausgas-Reduzierung. Ein Standard kann aus verschiedenen Quellen herangezogen werden. Hier sind v. a. die ISO 14064 und das GHG-Protocol zu nennen, die sich inhaltlich sehr ähneln. Eine einheitliche, verbindliche Managementsystem-Norm zum Thema Klima gibt es bisher noch nicht.

Umweltmanagementsysteme

Umweltmanagementsysteme verfolgen die Verbesserung von Umweltleistungen. Den Standard für Umweltmanagement bildet die ISO 14000er Norm-Familie. Wesentlich ist die ISO 14001, wobei auch die EMAS-Verordnung (Eco-Management and Audit Scheme) häufig herangezogen wird. EMAS wurde als freiwilliger Standard für Umweltmanagement von der Europäischen Union entwickelt. Sie beinhaltet nicht nur alle Vorgaben der ISO 14001, sondern auch einige zusätzliche Anforderungen.

Schnittmengen und Unterschiede der Managementsysteme

Die verschiedenen Standards und Zielsetzungen von Energie-, Klima- und Umweltmanagementsystemen weisen einige Schnittmengen auf.

EMAS umfasst beispielsweise die grundlegenden Kerninhalte der ISO 50001 und des Klimamanagements. Grundsätzlich kann man daher sagen, dass ein Umweltmanagement nach EMAS bereits mit wenigen Anpassungen die Anforderungen der ISO 50001 erfüllen kann. Im Umkehrschluss bietet die ISO 50001 eine gute Basis für die Einführung von EMAS.

Dennoch gibt es Anforderungen und Inhalte innerhalb der Normen, die durch EMAS nicht abgedeckt werden. So wird bspw. in der ISO 50001 die Ausarbeitung eines Plans für Energiemessungen gefordert, während sich dieser Punkt nicht in der inhaltlichen Struktur der EMAS vergleichbar wiederfinden lässt. Je nach Zielsetzung genügt es daher nicht, sich darauf zu beschränken.

Auch Energiemanagement und Klimamanagement bzw. die Standards der CO2-Bilanzierung weisen eine klare thematische Überschneidung auf: die Ermittlung der energiebezogenen THG-Emissionen.

High Level Structure

Inhaltlich lassen sich viele Schnittmengen zwischen Energiemanagement-, Klimamanagement- und Umweltmanagementsystemen erkennen. Eine gemeinsame Basisstruktur hilft nicht nur die Management-Prozesse zu optimieren, sondern auch inhaltliche Verknüpfungen zu setzen und Redundanzen zu vermeiden.

Hier kommt die High Level Structure (HLS) ins Spiel: Sie wird von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) als vereinheitlichtes Grundgerüst für Managementsysteme vorgegeben. Die HLS bildet die Grundstruktur für alle ISO-Normen für Managementsysteme und gibt ein standardisiertes Wording für Unternehmen vor. Ihr Anwendungsbereich beschränkt sich nicht auf Energie-, Klima- und Umweltmanagement: Auch die Normen für Qualitätsmanagement (ISO 9001), Arbeitsschutz (ISO 45001) und Anforderungen weiterer Bereiche werden darüber abgedeckt.

Die High Level Structure besteht aus den folgenden zehn Abschnitten:

1. Anwendungsbereich

2. Normative Verweisungen

3. Begriffe

4. Kontext der Organisation

5. Führung

6. Planung

7. Unter­stützung

8. Betrieb

9. Bewertung der Leistung

10. Ver­besserung

Besonderes Augenmerk der HLS liegt auf der Organisation (4.) und dem Top-Management (5.). Die Unterpunkte der oben aufgelisteten Abschnitte können je nach Norm und Thema individuell ausfallen. Die grundliegenden Informationen zu den Strukturen einer Organisation sind jedoch gleich. Die Kompatibilität mit dem in vielen Normen und deren Zertifizierungen relevanten PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) ist in der HLS vollständig gegeben:

PlanDo Check Act
4. Kontext der Organisation
5. Führung
6. Planung
7. Unterstützung
8. Betrieb
 9. Bewertung der Leistung10. Verbesserung

Dank der High Level Structure müssen Unternehmen bei der Einführung eines neuen Managementsystems nicht jedes Mal von vorne beginnen. Neue Inhalte können leicht in das bestehende System eingepasst werden, ohne Strukturen von Grund auf zu erneuern. Auch Audits für Zertifizierungen in den verschiedenen Sektoren können folglich kombiniert und effizienter durchgeführt werden.

Somit bietet die HLS eine sehr gute Grundlage für die Integration der ISO-Managementsystem-Normen. Aber auch im Bereich Klimamanagement, in dem bislang kein normiertes Managementsystem existiert, lohnt es sich, die Vorteile der High Level Structure zu nutzen.

Flexible Software-Lösung: So können Unternehmen ihre Ziele erreichen

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