26. April 2022

Kurzfristiger Lichtblick für Energiekosten und der Weg zur Energieunabhängigkeit

Energiekosten befinden sich auf Höchstniveau. Derzeit müssen Unternehmer wie Privatleute tief in die Taschen greifen. Ein Embargo auf Energie-Importe aus Russland würde die bereits angespannte Preissituation noch einmal verschärfen. Wie dem entgegenwirken? Mehrere Vorschläge stehen im Raum, um die energetische Selbstversorgung Deutschlands auszubauen. Eins ist klar: Energie-Markt und -infrastruktur müssen und werden sich schneller verändern, als in der Roadmap 2050 vorgesehen. Das eröffnet Chancen für Unternehmer.

Laut einer Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft sehen 79 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch hohe Energiepreise bedroht. In Privathaushalten ist das Bild ähnlich: Der Kostenanstieg bei Strom und Erdgas stellt für viele Verbraucher eine enorme Belastung dar.

Zusätzlich kommt es derzeit immer häufiger zu Lieferengpässen bei Rohstoffen und Materialien. Bleiben Gas-Lieferungen aus oder steigen die Energie-Beschaffungspreise weiter an, verstärkt sich dieser Effekt noch einmal.

Politische Maßnahmen zur Entlastung von Unternehmen und Privatleuten sind erforderlich. Energetische Unabhängigkeit muss ausgebaut und Kapazitätsengpässen vorgebeugt werden.

Steigende Energiepreise: Entlastung für Wirtschaft und Privatverbraucher

Treibender Motor für energiepolitische Entscheidungen waren bislang der Klimawandel und der Schutz der Umwelt. Nun entfalten außen- bzw. sicherheitspolitische Aspekte eine beschleunigende Wirkung.

Bundeswirtschaftsminister Habeck gibt regelmäßig Updates zu Ausstiegsplänen und kurzfristigen Maßnahmen. Sie zielen im ersten Schritt auf die Sicherung der Energieversorgung und Entlastung von hohen Energiekosten ab.

Am 23. März 2022 einigte sich die Bundesregierung auf ein Maßnahmenpaket, um die Bürgerinnen und Bürger möglichst schnell und spürbar zu unterstützen. Es beinhaltet u. a.

  • eine Energiepreis-Pauschale,
  • Familienzuschüsse,
  • die befristete Absenkung der Energie-Steuer auf Kraftstoffe sowie
  • ein 90 Tage ÖPNV-Ticket für 9 Euro pro Monat.

Auch für Unternehmen sind Hilfen vorgesehen. Denn das Risiko von wirtschaftlichen Schäden ist hoch. Sie treten zum 1. Juni 2022 in Kraft und sind für die Dauer von einem Jahr angelegt.

Die Maßnahmen zielen auf steuerliche und finanzielle Entlastung ab. Darin enthalten sind Zuschüsse für besonders betroffene Unternehmen, die eine Verdoppelung der Energiekosten nachweisen können. Zusätzlich besteht die Möglichkeit für zinsgünstige Kfw-Kredite und Bürgschaften. Die besondere Härte der Situation soll so abgefedert werden.

Ausbau von erneuerbaren Energien

Die beschlossenen Hilfen geben Unternehmen sowie Bürgerinnen und Bürgern einen Lichtblick, die Explosion der Energiekosten bewältigen zu können. Jedoch muss auf lange Sicht eine Umstrukturierung der Energie-Infrastruktur stattfinden. Nur so kann drohenden Versorgungsengpässen begegnet werden.

Bereits Anfang März 2022 hat die Internationale Energieagentur (IEA) zehn Maßnahmen zur Reduzierung der Abhängigkeit von russischem Gas vorgestellt. Hierzu zählen die Beschleunigung der Einführung neuer Wind- und Solarprojekte, die Beschleunigung der Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden und in der Industrie, wie auch eine zeitweise Nutzung der LNG-Potenziale. Einige der Inhalte finden sich auch in Lösungsmöglichkeiten, die das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz derzeit vorzeigt.

Ein erster Wegweiser für die Umgestaltung der deutschen Energie-Versorgungsstrukturen sind die Gesetzesentwürfe des Osterpakets vom 6. April 2022. Sie verfolgen den schnelleren Ausbau von erneuerbaren Energien als klares Ziel. Die Förderung von PV-Anlagen und verstärkte Nutzung von Windenergie stehen im Mittelpunkt. Wenngleich zugleich noch Diskussionen um LNG-Terminals und politische Verhandlungen mit anderen Ländern als neue Gas-Lieferanten im Raum stehen.

Initiative Energieeffizienz

Es ist ein weiter Weg zu den langfristig angelegten Umstrukturierungen im Energie-Sektor und letztlich zur unabhängigen Energieversorgung. Die ersten Schritte kann hingegen jeder gehen – egal ob Privatperson oder Unternehmen. Stichwort: Energieeffizienz.

Einsparmaßnahmen können von jedem kurzfristig umgesetzt werden. Fest etabliert bewirken sie dauerhafte Erfolge. Die Regierung verweist in einer breit angelegten Informationskampagne auf das Thema Energiesparen. Auch niedriginvestive, effiziente Maßnahmen werden hervorgehoben, wie intelligente Thermostate oder hydraulischer Abgleich älterer Heizungsanlagen.

Die Anreize für Energieeffizienz werden durch die jüngsten Beschlüsse der Regierung stark ausgeweitet. Beispielsweise soll das Gaskesselaustauschprogramm im Bundesprogramm effiziente Gebäude (BEG) überarbeitet werden: Angestrebt ist eine große Wärmepumpen-Offensive bei Industrie, Handwerk und Privathaushalten.

Der Weg ist das Ziel

Jeder Schritt auf dem Weg zur energetischen Unabhängigkeit, ist bereits ein Gewinn. Sei es für die Sicherstellung der Versorgungssituation, für den Umwelt- bzw. Klimaschutz, für die Energiewende oder zur Kosteneinsparung. Das gilt auch über Krisen-Zeiten hinaus.

Für den cleveren Unternehmer bietet sich jetzt nicht nur die Gelegenheit, sein Energiesystem resilient aufzustellen. Er kann langfristig profitieren. Es eröffnen sich lukrative Möglichkeiten, in die Anschaffung erneuerbarer Energien zu investieren. Zugleich waren die Optionen, Fördermittel für die Umsetzung von Vorhaben im Bereich Energieeffizienz zu erhalten, noch nie so breit gefächert, wie heute.

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Sie möchten die ersten Schritte zu mehr Energieeffizienz zu gehen? Wir helfen Ihnen, Ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Rufen Sie uns gerne an unter +49 (911) 430879-100 oder schreiben Sie uns eine E-Mail:

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