17. Januar 2019

Lassen Sie die vollen Fördertöpfe nicht an Ihnen vorbeiziehen

Ein guter Jahresstart für alle, die es mit der Energieeffizienz ernst meinen: Ihnen stehen einige Förderungen zur Verfügung. Aus den zahlreichen Angeboten stellen wir Ihnen zwei Förderprogramme etwas näher vor.

 

Kommunalrichtlinie

Sind Sie tätig bei einer gemeinnützigen oder öffentlichen Einrichtung, Kommune, in einer Vereinigung bzw. einem Verband oder Unternehmen mit mindestens 25 % kommunaler Beteiligung? Dann dürfte das hier für Sie interessant sein: Die aktuelle Fassung der Kommunalrichtlinie bietet Zuschüsse für diverse Maßnahmen zum Klimaschutz.

Förderschwerpunkte

Die Richtlinie unterscheidet investive und strategische Förderschwerpunkte. Den Umfang der einzelnen Förderungen haben wir für Sie in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Investiver FörderschwerpunktProzentualer Zuschuss der förderfähigen VorhabenZuwendung in €

Beleuchtung und Belüftung

20 bis 25 % (25 bis 30 % für finanzschwache Kommunen)

Min. 5000 €

 

Nachhaltige Mobilität

30 bis 40 % (40 bis 60 % für finanzschwache Kommunen)

Min 10.000 €

 

Abfallentsorgung, Kläranlagen und Trinkwasserversorgung

20 bis 50 % (30 bis 60 % für finanzschwache Kommunen)

Min 5.000 € bzw. 10.000 €

 

Zusätzliche investive Maßnahmen für den Klimaschutz

Bis zu 40 % (bis 50 % für finanzschwache Kommunen)

Min 5.000 €

 

Strategischer FörderschwerpunktProzentualer Zuschuss der der zuwendungsfähigen AusgabenZuwendung in €

Fokusberatung

bis 65 % (90 % für finanzschwache Kommunen)

Min. 5.000 €

Energie- & Umwelt- managementsysteme

bis 40 % (65 % für finanzschwache Kommunen)

Min. 5.000 €

 

Energiesparmodelle

bis 40 % (65 % für finanzschwache Kommunen)

Min. 10.000 € bzw. 5.000 € für das Starterpaket

 

Kommunale Netzwerke

100 % in der Gewinnungsphase, 60 % in der Netzwerkphase

Max. 3.000 pro Netzwerkprojekt

Max. 20.000 pro Netzwerkteilnehmer (1. Jahr)

Danach max. 10.000 pro Netzwerkteilnehmer

Potenzialstudien

bis zu 50 % (bis zu 70 % für finanzschwache Kommunen)

Min. 10.000 €

Klimaschutzkonzepte und Klimaschutzmanagement

bis zu 65 % (bis zu 90 % für finanzschwache Kommunen)

 Min. 10.000 €

Förderschwerpunkt 2.2: Energiemanagementsysteme im Detail

Der Förderschwerpunkt 2.2 dieser Richtlinie bezieht sich gezielt auf die Einführung von Energiemanagementsystemen. Finanzielle Unterstützung wird gewährt für Umsetzung und Erstzertifizierung eines Energiemanagements nach DIN EN ISO 50001 oder eines Umweltmanagements nach EMAS-Verordnung Nr. 1221/2009. Auch die Kosten für die damit beauftragten externen Dienstleister im Umfang von bis zu 45 Beratungstagen sind zuwendungsfähig. Messtechnik, Zähler, Sensorik und Energiemanagement-Software kann ebenfalls gefördert werden. Darüber hinaus gelten Fachschulungen (beispielsweise zum Umgang mit einer neuen Energiemanagement-Software) und damit verbundene Dienstreisen (max. fünf Tage) des bestehenden und für das Energiemanagement zuständigen Personals als förderfähig.

Die Förderquote von Maßnahmen aus dem Schwerpunkt 2.2 beläuft sich auf bis zu 40 %, und bei finanzschwachen Kommunen sogar bis zu 65 %. Dabei beträgt die Mindestzuwendung speziell für Energiemanagement-Software 5.000 €, mobile und fest installierte Messtechnik, Zähler und Sensorik wird mit bis zu 10.000 € gefördert.

Sie möchten mehr erfahren?

Dieses Förderprogramm läuft bis zum 31. Dezember 2022. Sowohl für die investiven als auch für die strategischen Vorhaben gelten folgende Fristen zur Antragsstellung: 1. Januar bis 31. März sowie 1. Juli bis 30. September.  Nur Förderanträge für Energiesparmodelle sowie Klimaschutzkonzepte und Klimaschutzmanagement können ganzjährig beantragt werden. Weitere Informationen zur Richtline, zu den Förderschwerpunkten und zur Antragsstellung gibt es hier.

Förderprogramm Energieeffizienz in der Wirtschaft

Gehören Sie zu einem privaten oder kommunalen Unternehmen, sind Sie Contractor oder freiberuflich tätig? Prima, denn für Sie gibt es ebenfalls einen vollen Fördertopf. Ihre gezielten Maßnahmen zur Energieeinsparung und Reduzierung von CO2-Emissionen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit Investitionszuschüssen. Alternativ sind zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen von bis zu 55 % bei der KfW erhältlich Diese Fördermaßnahmen dürfen nicht kombiniert werden. Mit Ausnahme von Planungsleistungen, werden nur beabsichtigte Maßnahmen gefördert, mit deren Umsetzung zum Zeitpunkt der Antragsstellung noch nicht begonnen wurde. 

Das Programm läuft bis 31. Dezember 2022.

Inhalte des Förderprogramms

Das Förderprogramm Energieeffizienz in der Wirtschaft ist in vier Module gegliedert.

ModulProzentualer Zuschuss der der zuwendungsfähigen Ausgaben Maximale Zuwendung

1) Querschnittstechnologien (Ersatz-/Neuanschaffungen hocheffizienter Anlagen für industrielle und gewerbliche Anwendungen, u. a. Ventilatoren, Pumpen oder elektrische Motoren)

30 % (40 % für KMU)

200.000 € / Vorhaben

2) Prozesswärmebereitstellung aus erneuerbaren Energien (Maßnahmen zu Prozesswärmebereitstellung, u. a. Wärmepumpen, Solarkollektoren und Biomasse- Anlagen)

45 % (55 % für KMU)

10     Mio. € / Vorhaben

3) MSR, Sensorik und Energiemanagement-Software

30 % (40 % für KMU)

10     Mio. € / Vorhaben

4) Energiebezogene Optimierung von Anlagen und Prozessen ohne Vorgabe konkreter Technologien (Bedingungen: Vorliegen eines Einsparkonzeptes und Amortisationszeit des Vorhabens ohne Förderung > zwei Jahre)

30 % (40 % für KMU)

 500 € (700 € bei KMU) / jährlich eingesparte Tonne CO2 

Modul 3 im Fokus: MSR, Sensorik und Energiemanagement-Software

Modul 3 aus dem Förderprogramm nehmen wir jetzt etwas genauer unter die Lupe.Gefördert werden der Erwerb und die Installation von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik (MSR) und Sensorik, die zum Monitoring und effizienter Regelung von Energieströmen und schließlich zur Einbindung in ein Energie- oder Umweltmanagementsystem dienen. Auch der Erwerb und die Installation von Energiemanagement-Software gefördert. In dem Zusammenhang gelten auch Schulungen des Personals zum Umgang mit der geförderten Software als zuwendungsfähig. Zur Antragsstellung müssen Sie eine Zertifizierung des Energie- oder Umweltmanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 oder EMAS vorweisen oder sich aktuell im Zertifizierungsprozess befinden. Für KMU reicht ein alternatives System nach SpaEfV.

Sie möchten mehr erfahren?

Auf der Website des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lesen Sie weitere Details. Den Antrag finden Sie hier.

Sollten Sie an den Krediten und Tilgungszuschüssen der KfW interessiert sein, finden Sie hier alle ausführlichen Informationen.


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