29. August 2018

Neufassung der deutschen ISO 50001 erscheint im Herbst 2018

Der aktuelle und letzte Entwurf (FDIS) der Energiemanagement-Norm ISO 50001 wurde mit 100 % Zustimmung verabschiedet. Mit einer Veröffentlichung der deutschen Version der ISO-Norm ist im Herbst 2018 zu rechnen. Analog zur den Neufassungen der ISO-Normen in den Bereichen Umwelt (ISO 14001:2015), Qualität (ISO 9001:2015) sowie Arbeitssicherheit (ISO 45001:2018) ist die neue Energiemanagement-Norm ISO 50001:2018 gemäß der sogenannten "High Level Structure" (HLS) gegliedert.

Dadurch wird den Anwendern die Integration der Energiemanagementnorm in andere Managementsysteme erleichtert. Im Vergleich zur bisherigen Norm rücken bei der Neufassung die Anforderungen an die Verbesserung der energiebezogenen Leistung in den Mittelpunkt. Gefordert wird eine methodisch schlüssige Erhebung und Auswertung der Energiedaten, einschließlich der Normalisierung von Energiekennzahlen (EnPI) und der Verifizierung der Effizienzverbesserung. Grundlage dafür ist der Einsatz geeigneter Methoden zur Bewertung der wesentlichen Einflussgrößen auf den Energieverbrauch.

Energiebezogene Leistung im Mittelpunkt

Bereits seit dem 14. Oktober 2017 ist eine fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung Voraussetzung für eine erfolgreiche ISO 50001-Zertifizierung. Seitdem sind Zertifizierungsstellen nach der ISO 50003 dazu verpflichtet, diese Anforderungen bei Erst- sowie Re-Zertifizierungen abzuprüfen. Hilfestellungen zur Erfassung und zum Nachweis der energetischen Leistung geben dabei die beiden Leitfäden ISO 50006 (Leitfaden zu Energieleistungskennzahlen) und ISO 50015 (Leitfaden zur Messung und Überprüfung der energiebezogenen Leistung). Mit der Neufassung der ISO 50001 werden die Anforderungen und Begriffe aufgegriffen und in die Energiemanagementnorm integriert.

Unternehmen, die im Rahmen einer Zertifizierung bereits eine Verbesserung der energiebezogenen Leistung nachweisen mussten, erfüllen damit bereits einen Großteil der neuen Anforderungen der ISO 50001:2018.

Neue Begrifflichkeiten

Im Zusammenhang mit der HLS werden einige Begriffe analog zu anderen neuen Managementsystemnormen geändert. So werden beispielsweise „Dokumente“ und „Aufzeichnungen“ durch „dokumentierte Information“ ersetzt. Neu eingeführt werden folgende Begriffe:

„statischer Faktor“: Ein identifizierter Faktor, der die energiebezogene Leistung beeinflusst und sich nicht routinemäßig verändert.

„Normalisierung“: Die Modifizierung von Energiedaten, um Änderungen zu berücksichtigen und so den Vergleich der energiebezogenen Leistung unter gleichwertigen Bedingungen zu ermöglichen.

Zusätzlich sind zukünftig für das Energiemanagement relevante externe und interne Themen sowie die interessierten Parteien und deren Anforderungen zu bestimmen. Sich hieraus ergebende Risiken und Chancen für die energiebezogene Leistung müssen ermittelt werden.

Rolle der Verantwortlichen

Auch die Rolle der obersten Leitung wird sich mit der Novelle der ISO 50001 verändern. Zukünftig wird es Aufgabe der obersten Leitung sein, sicherzustellen, dass das Energiemanagementsystem seine beabsichtigten Ergebnisse erreicht. Für die operative Betreuung des Energiemanagementsystems ist in Zukunft das Energiemanagement-Team (das auch nur aus einer Person bestehen kann) verantwortlich.

Klare Formulierung der Anforderungen

Die Anforderungen an die energetische Bewertung werden zukünftig klarer formuliert. Klargestellt wird, dass für jeden wesentlichen Energieeinsatzbereich (SEU, englisch: significant energy use) die relevanten Variablen, die aktuelle energiebezogene Leistung sowie die Person(en), die den SEU beeinflussen, bestimmt werden müssen.

Die neue Norm unterscheidet zwischen Zielen („zu erreichenden Ergebnissen“) und Energiezielen („quantifizierbares Ziel der Verbesserung der energiebezogenen Leistung“). Damit wird die Anforderung, dass es auch spezifische Ziele zu einer Verbesserung geben muss, in die Norm aufgenommen.

Im Rahmen der Managementbewertung (Managementreview) müssen die neu zu behandelnden Punkte entsprechend berücksichtigt werden.

Bezüglich des Übergangs von der derzeitigen zur neuen ISO 50001 wird eine dreijährige Übergangsfrist erwartet. Erst nach Ablauf der Übergangsfrist verlieren die Zertifikate nach alter ISO 50001:2011 ihre Gültigkeit.

Wir unterstützen Sie bei der Einführung der neuen Norm

Gerne unterstützen wir Sie bei der Umstellung Ihres Systems auf die neue Norm oder im Rahmen einer individuellen Schulung zur ISO 50001:2018. Sprechen Sie uns an!

Nach Veröffentlichung der neuen deutschsprachigen ISO 50001 wird eine Inhouse-Schulung bei IngSoft stattfinden. Über den Termin informieren wir Sie gesondert.

Wenn Sie erfahren möchten, wie unsere Energiemanagement-Software Sie bei der Erfüllung der neuen Normanforderungen unterstützt, und IngSoft InterWatt näher kennenlernen möchten, dann freuen wir uns auf Ihre Anfrage.

Füllen Sie dazu unser Kontaktformular aus oder schreiben Sie uns eine E-Mail.


Zurück