25. Februar 2019

Warum das Smart Metering dem Energiemanagement guttut

Smart Metering – das bedeutet in Deutschland, dass auch an jenen Anschlüssen an das öffentliche Stromnetz der Verbrauch feinaufgelöst gemessen wird, bei denen bisher der Energieversorger nur einen Wert jährlich erfasst hat.

Bisher wurde nur dort ein sogenannter RLM-Zähler eingebaut, wo an einer Messstelle mehr als 100.000 kWh im Jahr abgenommen wurden. RLM steht dabei für registrierende Leistungsmessung und bedeutet, dass der Stromverbrauch im 1/4-Stundentakt gemessen wird. Die einzelnen Messwerte werden gespeichert und i.d.R. einmal am Tag an den Netzbetreiber übermittelt. Solche Zähler kosten den Kunden etliche hundert Euro Jahresgebühr. Über die genormte MSCONS-Schnittstelle können diese Werte automatisch täglich in die Energiemanagement-Software IngSoft InterWatt eingelesen werden.

Vorteil für’s Energiemanagement

Der Nutzen dieser hochaufgelösten Werte für das Energiemanagement ist hoch. Beispielsweise werden nicht nur Abweichungen vom Sollzustand sehr zeitnah erkannt. Auch kann detailliert analysiert werden, wieviel Strom nachts, an Wochenenden oder anderen Zeiten mit eingeschränkter oder besonderer Nutzung verbraucht wird. Besonders gut gelingt das in IngSoft InterWatt beispielsweise anhand eines Rasterdiagramms, siehe Abbildung.

So sieht der Rollout aus

Nach Willen des Gesetzgebers, werden mittelfristig alle Stromverbraucher über 6.000 kWh Jahresverbrauch oder mit Erzeugungsanlagen (z.B. PV-Anlage) mit einer Leistung > 7 kW von intelligenten Stromzählern erfasst, den sog. Smart Metern, die offiziell intelligente Messsysteme (iMSys) heißen. Dazu soll es einen Rollout geben, bei dem der jeweilige grundzuständige Messstellenbetreiber die Zähler binnen einiger Jahre sukzessiv umrüstet. Im Falle eines solchen Pflichteinbaus sind die jährlichen Gebühren für den Zähler gesetzlich gedeckelt, siehe Abbildung.

Laut Gesetz wird der Rollout starten, wenn nach Urteil der Bundesnetzagentur die gesetzlichen Vorrausetzungen erfüllt sind. Seit Jahren scheiterte dies daran, dass es kein einziges vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zertifiziertes Smart-Meter-Gateway (SMGW) gab. Das SMGW ist das Kommunikationsmodul zwischen Zähler und Zentrale des Messstellenbetreibers. Erst wenn es mindestens drei voneinander unabhängige SMGW mit BSI-Zertifikat gibt, kann (und muss) die flächendeckende Einführung der intelligenten Messsysteme starten.

Seit Ende 2018 gibt es nun ein zertifiziertes SMGW. Der freiwillige Einbau kann also beginnen. Angesicht der Tatsache, dass sich derzeit noch sieben weitere SMGW in der Zertifizierung befinden, wird der Pflichteinbau wohl in einigen Monaten starten.

Wie gemacht für ein Energiemanagement mit IngSoft InterWatt

Verbrauchern steht es frei, einen anderen Messstellenbetreiber zu wählen. Dieser darf theoretisch auch höhere Gebühren verlangen. Basierend auf den erfassten Daten können die Messstellenbetreiber auch Mehrwertdienste anbieten – z. B. den zeitnahen Versand an kundenseitige Energiemanagementsysteme wie IngSoft InterWatt.

Als IngSoft InterWatt-Kunde (speziell solcher mit vielen Liegenschaften) können Sie ohne eigenen Aufwand im Gebäude hochaufgelöste Stromverbrauchswerte in die Energiemanagement-Software holen. IngSoft hat schon im Jahr 2017 zusammen mit einem Messstellenbetreiber, der teleseo GmbH, in einem Pilotprojekt nachgewiesen, dass die Kopplung von iMSys mit IngSoft InterWatt ohne Aufwand für den Anwender machbar ist.

Nach Untersuchungen von IngSoft weisen beispielsweise bei Kommunen im Schnitt ca. 25 % der Gebäude einen Stromverbrauch über 100.000 kWh/a auf. Sie werden somit schon heute mit RLM erfasst und könnten in IngSoft InterWatt hochaufgelöst ausgewertet werden. Weitere 50 % der Gebäude haben einen Verbrauch zwischen 10.000 und 100.000 kWh/a. Auch diese könnten Sie dann nach Abschluss eines entsprechenden Vertrags mit einem Messstellenbetreiber ebenfalls mit hochaufgelösten Stromverbrauch in der Software auswerten.

Wollen auch Sie zu den ersten Profiteuren des Smart Meters gehören und ohne Aufwand Ihre Datenlage radikal verbessern? Wenden Sie sich gerne an uns.


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