15. Juli 2019

Wichtige gesetzliche Änderungen bei Energieaudits für größere Unternehmen und bei KWK-Anlagen mit einer Leistung von 1 bis 10 Megawatt

Ende Juni hat sich der Bundestag auf die Novelle des Energiedienstleistungsgesetzes (EDL-G) geeinigt. Dieses Gesetz regelt u. a. die Verpflichtung größerer Unternehmen mindestens alle vier Jahre Energieaudits durchzuführen.

Gleichgeblieben ist die grundsätzliche Verpflichtung aller Unternehmen, die nicht als KMU (kleines oder mittleres Unternehmen) klassifiziert sind, regelmäßig Energieaudits durchzuführen. Neu ist die Einführung einer sogenannten Bagatellgrenze: wenn der jährliche Energieverbrauch des Unternehmens unter 500.000 Kilowattstunden liegt, braucht es demnach kein Energieaudit mehr durchführen. Das Unternehmen muss lediglich Angaben zu seinem Energieverbrauch machen. Zu beachten ist jedoch, dass auch der Energieverbrauch im Bereich Transport (also z. B. der Fuhrpark) berücksichtigt werden muss. Diese Änderung betrifft derzeit rund 3500 Unternehmen, und zwar auch solche, die erst nach dem 5. Dezember 2015 als Nicht-KMU klassifiziert worden sind. Es besteht allerdings weiterhin die Pflicht, online eine Energieauditerklärung abzugeben.

Zentrale Ergebnisse aus den Energieaudits müssen zukünftig unter Wahrung der Datensicherheit über ein Online-Portal an das BAFA gemeldet werden. Die im Auditbericht identifizierten Maßnahmen müssen nun auch Angaben zu deren Wirtschaftlichkeit enthalten.

Ein Aspekt wurde neu ins EDL-G aufgenommen: Energieberater unterliegen zukünftig einer Fortbildungspflicht. So soll die Qualität der Audits dauerhaft verbessert werden.

Ein weiterer Beschluss sieht vor, dass die Förderung über die EEG-Umlage für Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen (KWK) zwischen einem und zehn Megawatt Leistung wiedereingeführt wird. Diese Möglichkeit war Anfang 2018 weggefallen.

Durch die oben genannten Änderungen soll das EDL-G zum einen vereinfacht und zum anderen weiterentwickelt werden.

Am 20. September soll der Bundesrat sich mit der Novelle befassen. Ein Inkrafttreten des Gesetzes wird für wahrscheinlich gehalten.


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